Thule Canyon XT Dachkorb + Truckbox: Ein Erfahrungsbericht

Drei Hunde im Auto, also wohin mit dem ganzen Krempel? Auf das Dach natürlich! Typische Dachboxen aus Kunststoff zwicken optisch irgendwie im Auge, also wie tun? Truckboxen vom LKW war mein Gedanke: Aluminium, unempfindlich und robust. Für etwas über 500 Euro gibt es nun zusätzliche 70 Liter Stauraum für unverzichtbare Gadgets. Kein Vergleich zur Variante aus Kunststoff, eher die Entscheidung mit persönlicher Note.

Montiert sind beide Truckboxen auf einem Thule Canyon XT 859 Dachkorb. Qualität und so, dachte ich…das Workout gab es kostenlos dazu. Von der Bestellung bis zur Montage auf meinem Skoda Octavia 4×4 – hier ist mein Erfahrungsbericht!

Thule Canyon XT – Schwedische China Qualität

Thule, Premium, kostet was, sollte taugen. Ja der Dachkorb taugt, zumindest mehr als die vorherige 100 Euro Variante aus Fernost. Also auch aus Fernost (siehe weiter unten). Denn gefertigt wird bei Thule inzwischen ebenfalls weit im Osten. Der Thule Canyon XT sieht schick aus, lässt bei der Qualität allerdings deutlich Spielraum nach oben.

Der Thule Canyon XT montiert, sieht schick aus.

Formschön ist der Dachkorb definitiv.

Und warum nun China Qualität? Der Dachkorb kostet bei Thule um 380 Euro, das ist schon eine Ansage und dafür sollte eigentlich alles passen. Die Verpackung jedenfalls war exzellent! Wenn das eigentliche Produkt die Biegemaschine ebenso verlassen hätte, wäre mein Mimimi geringer ausgefallen.

Was nicht passt…erfordert Beinarbeit.

Wenn sich die schwedischen Denker bei Thule nicht genau so ein (fast) passgenaues Ergebnis vorgestellt haben, muss wohl bei der Produktion und auch der Endkontrolle einiges schief gelaufen sein. Ineinander gefunden haben alle vier Verbindungsstellen nur im Dachkorb sitzend, mit Einsatz beider Beine. Extra auf Spannung, muss vielleicht so?!

Keine Dichtung, nichts drüber, genau hier wird Wasser seinen Weg nach innen finden. Da nützt auch die dicke Schicht Pulverlack wenig. Keine Abdeckung, kein O-Ring, nicht mal Klebeband gab es dazu.

Im Detail lässt der Thule Canyon XT weiter Raum zum grübeln. Umlaufende Schweißnähte vorn und hinten, dazwischen nur lieblose Kleckerpunkte:

Licht und Schatten beim Thule Canyon XT

Die Befestigung auf den Dachträgern erfolgt über je 4 Plastikverbinder. Diese werden um das Rohr gedrückt und mit je 2 Schrauben mit einer Metallplatte verschraubt. Funktioniert, aber wie schon oben…ich hatte mir doch etwas mehr Liebe zum Detail erhofft. Einmal montiert, verpufft das Gefühl von für-das-Gebotene-zu-teuer. Warum? Der Thule Canyon XT ist recht leise auf dem Autodach. Und er ist für den Straßenverkehr zugelassen. Allerdings darf dann nicht schneller als 130 km/h gefahren werden. Die zulässige Traglast liegt bei 68 kg.

Dass andere Dachkörbe deutlich mehr Lärm machen, habe ich bei dem vorherigen Versuch mit diesem Exemplar festgestellt:

Optisch nett, leider hat der Dachkorb zwischen ungefähr 50-70 km/h ein ziemlich nerviges, tiefes Pfeifen von sich gegeben. War ein netter Wild- und Passantenschreck, auf Dauer dennoch schwer zu ertragen. Auf dem Alibaba Marktplatz wird dieser Korb für ~15 US-Dollar gehandelt, um das in ein Verhältnis zum Thule Canyon XT zu setzen. In Deutschland werden 100 Euro fällig, dafür gibt es keine Straßenzulassung und schon nach dem zweiten Regenschauer den ersten Rost an vielen, vielen, leider sehr vielen Stellen.

Hier punktet der Thule deutlich. Trotz Schnee, Regen, Sonne – auch Wochen später gibt es keinen Rost zu erkennen. Und (ganz wichtig): der pfeift nicht die halbe Nachbarschaft wach. Trotz der Mängel des Thule Canyon XT, ist er der deutlich bessere Kauf. Bei Amazon gibt es den Dachkorb gut 80 Euro günstiger, als die Preisempfehlung auf der Thule Herstellerseite. Der Markt der Dachkörbe ist insgesamt überschaubar, über kurz oder lang, gibt es kaum Alternativen zum Thule.

Aluminium Truckbox statt Kunststoff Dachbox

Ja die fix-und-fertig Dachboxen sind sicherlich praktischer, optisch allerdings ein ziemlicher Gähner. Also habe ich überlegt, was denn so die Alternativen wären. Stabile Holzkisten, Bundeswehr Zarges Kisten, oder einfach Seesäcke? Es sind dann zwei Aluminium Boxen aus dem LKW-Bereich geworden. Je Kiste gibt es damit 35 Liter zusätzlichen Stauraum auf dem Dach.

Vorteile:

  • Stabil
  • Leicht
  • Unempfindlich gegen Witterungseinflüsse
  • Preislich deutlich attraktiver als Zarges Kisten

Nachteile:

  • Unbehandeltes Riffelblech Aluminium passt vielleicht zum Land Rover Defender…aber einem Skoda Octavia?

Farbe für die Truckboxen

Entscheidung getroffen: wozu gibt es Spezialfarbe! Mit einem Anstrich in Moosgrün (RAL 6005), wird das hoffentlich nicht mehr ganz so nach einem Glitzer-Offroader aussehen und dennoch seinen Zweck des Stauraumes erfüllen.

Anstrich Nummer 1 (von insgesamt 3) des Halvar 3 in 1 Metallschutzlack’s wird unter Beobachtung aufgetragen.

Meine Wahl der Farbe fiel nach einiger Grübelei und der Beratung durch die Farben Löwe GmbH (siehe Produktlinks ganz am Ende des Artikels), auf den Halvar 3 in 1 Metallschutzlack.

Die Vorteile vom Halvar 3 in 1 Metallschutzlack:

  • Rostschutz, Grundierung und Deckanstrich in einem Produkt – es muss keine Grundierung aufgetragen werden!
  • Der Metalllack ist ideal für Eisen, Stahl, Zink und auch Aluminium, kann sogar direkt auf Rost gestrichen werden.
  • Der Halvar 3 in 1 Metallschutzlack ist ein phosphatierter Lack und versiegelt mittels aktiver Korrosionsschutzpigmente langfristig.

Ich war mit dem Streichen dann so schnell, dass ich gar keine Fotos von der Truckbox gemacht habe, wo Sie noch im unbehandelten Aluminium geglänzt hat. Bei der Qualität kann ich nicht meckern, hier nun einige Kaufargumente (zumindest für mich zu dem Zeitpunkt):

  • In Deutschland hergestellt – beide Boxen hatten keine Verarbeitungsmängel, die Deckel schließen gleichmäßig.
  • 1,3 mm unbehandeltes Riffelblech Aluminium (AlMg1)
  • Sehr leicht! Bei den Maßen von 785 x 205 x 220 mm nur 4 kg.
  • Scharniere aus Edelstahl, Schloss aus Aluminium.
  • Moosgummidichtung am Deckel.
  • Zum Preis von 84 Euro je Kiste, gibt es bei eBay auch einige Angebote anderer Anbieter aus China. Qualität? Wollte ich gar nicht erst testen ;-)

Die innere Kante war zugegeben recht scharf, es ist eben Blech. Um dort beim Beladen fragile Dinge (Klamotten als Beispiel) nicht zu beschädigen, habe ich einfach ein Kantenschutzprofil auf die Kanten gedrückt, siehe auch die oberen Fotos. Für 9 Euro zusätzlich keinen Riss in der Jacke ist okay.

Projekt Truckbox auf dem Auto – Fazit

Yes, ich bin dann doch endlich fertig geworden und alle Teile sind montiert und installiert! Hat etwas länger gedauert als gedacht, aber lieber 2x vorher überlegt, als danach zu fluchen. Von den Kosten bin ich am Ende bei knapp über 500 Euro gelandet. Ein zarter Hauch von Offroad, auf einem gewöhnlichen Skoda Octavia – mir gefällt das sehr gut. Der Waldschrat-Look für ein überschaubares Budget. Eine halbwegs ordentliche Dachbox kostet neu ab 350 Euro und ja – die haben mehr Stauraum, das ist ebenso klar. Wollte ich aber nicht, also tadaaaa, so sieht das Ergebnis auf meinem Skoda Octavia 4×4 nun aus:

Auf der Autobahn sind mit dem Thule Dachkorb maximal 130 km/h erlaubt, das passt mit den montierten Boxen ganz gut. Es pfeift nichts, sicherlich rauscht es, aber alles erträglich. Optisch fällt der Skoda auf, merkwürdige Blicke gibt es öfters, über den Sinn oder Unsinn zu streiten macht ja eh keinen Sinn – solange es meinen eigenen Ansprüchen genügt :-)

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Markus

Blogger, Naturfreund und einfach gern draußen - der ewige Widerspruch "Büro kontra Freiheit", das ist Markus ✿ シ

3 Antworten

  1. Harald sagt:

    Hallo Markus!

    Ich habe bei Amazon aus Langeweile die Bewertungen zum Thule Canyon XT gelesen, weil das Dachkorb Thema gerade aktuell bei mir ist. Das ist schon ernüchternd, die Qualitätsprobleme scheinen definitiv kein Einzelfall zu sein! Eine Entwicklung, die mir persönlich kein bisschen zusagt. Es kann doch nicht unmöglich sein, so einen Dachkorb, zumal zu dem Preis, auch ordentlich in Europa zu fertigen? Warum muss die schwedische Qualitätsware *Sarkasmus* erst um den halben Planeten transportiert werden, nur um dann ein Produkt in den Händen zu halten, dass scheinbar nur beim Marketing richtig Geld gekostet hat?!

    Danke jedenfalls für deinen Bericht, hat mich gut unterhalten! Auch optisch gefällt mir deine Variante mit den Aluboxen sehr gut!

    Grüße aus dem Spreewald, Harald

  2. Kristin sagt:

    Sehr schick geworden….da steht der Reise zu uns doch nix mehr im Weg 🤪

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