SOG Jungle Primitive – Outdoormesser im Test

In diesem Testbericht schaue ich mir einen Messer-Hybriden an, das SOG Jungle Primitive. Hybride deswegen, weil dieses Messer der amerikanischen Marke SOG, eine Mischung aus Dschungelmesser und Machete ist. Die Dimensionen dürfen als üppig bezeichnet werden, das Jungle Primitive ist mit einem Gewicht von 357g (mit Scheide 522g) ein beeindruckend stattliches Outdoormesser und eignet sich damit ausgezeichnet für die etwas gröberen Arbeiten.

Mix aus Dschungelmesser und Machete

Womit wir auch gleich beim Einsatzbereich wären: wozu braucht der heutige Stadtmensch so ein Teil? Eigentlich gar nicht, aber nett ist es trotzdem, die Sammlung im Rambo-Stil zu erweitern. Das SOG eignet sich perfekt für einen Campingausflug und leistet im Wald brauchbares (im Rahmen natürlich).

Gemüse schnippeln funktioniert ebenso, wie Äste für ein Lagerfeuer zu stutzen und wirklich mehr, wird wahrscheinlich nur selten anstehen – wer mit Messern nichts anfangen kann, wird das SOG als vollkommen übertrieben empfinden. Sammler dagegen erhalten zu einem Preis von rund 80 Euro ein robustes Outdoormesser mit akzeptabler Qualität.

Bei eben jenen Fans von Messern stößt das SOG Jungle Primitive durchaus auf geteilte Meinungen. Alternativen wie das Becker BK7 werden regelmäßig empfohlen, sicher ein sehr gutes Messer (wenn auch ohne Rückensäge), aber ich möchte objektiv bleiben und das Jungle Primitive nicht bereits vorher schlecht machen.

Das SOG Jungle Primitive im Detail

Technische Daten machen sich leider rar, in zahlreichen Shops wie auch auf dem Messer selbst. Schade eigentlich. Einzige Informationen sind der große Aufdruck mit dem Namen, sowie das Herstellerlogo. Auf der rechten, geschwärzten Klingenseite findet sich noch ein „China“. Also mal wieder eine Marke, die anderswo günstiger fertigen lässt.

Als Fakten bietet das Jungle Primitive:

  • eine schwarze Beschichtung
  • Klingenlänge: ca. 24,7 cm
  • Gesamtlänge: ca. 39 cm
  • Gewicht: ca. 357 g
  • Material: Stahl 420
  • Griff: Kraton
  • Scheide: Nylon

Das SOG Haumesser Jungle Primitive gehört zu der Fusion-Serie und besitzt eine knapp 25 cm lange Klinge aus rostfreiem Stahl 420. Geschützt wird die Klinge von einer schwarzen Beschichtung. Ausgestattet ist die Schneide mit einer Teilsägezahnung, zusätzlich einer weiteren Zahnung am Klingenrücken. Der 14 cm lange Kraton-Griff liegt gut in der Hand, diese wird zudem vorn und hinten von einem Handschutz geschützt. Hauen wie Sägen sind mit dem Griff problemlos möglich.

Die Marke „SOG Specialty Knives & Tools“

Gegründet wurde das Unternehmen 1986 in den USA von Spencer Frazer mit dem Ziel hochwertige Messerserien, die jedem Anspruch gerecht werden sollen, zu produzieren. Getreu dem Motto sollen nur erstklassige Materialen verwendet werden, die in einem Zusammenspiel von Funktionalität und Design überzeugen. Im Programm von SOG gibt es ein breites Portfolio vom Einhandmesser, Arbeitsmesser, Outdormesser bis zum und Einsatz- und Militärmesser. Heute nun erfolgt die Produktion in China, mit allen Vor- und Nachteilen.

Nur 420er Stahl?

Fast langweilig, dafür nirgendwo richtig schlecht, aber auch nirgendwo richtig gut. Kurz: günstig und brauchbar. Die 420er Stahlsorte wird häufig zur Herstellung von hochwertigen Rasierklingen und chirurgischen Skalpellen verwendet.

Gut:

Obwohl der 420er Stahl technisch gesehen einen höheren Kohlenstoffgehalt aufweist als 410er und 416er Stahl, zählt er zum weichsten Stahl, der zur Messerherstellung verwendet wird. Das ist nicht unbedingt schlecht. Durch den 12+% Chrom-Anteil besitzt dieser Stahl eine gute Korrosionsbeständigkeit. Also ideal für ein Alltagsmesser, dass nicht nach jeder Verwendung gehegt und gepflegt werden will. Außerdem lässt sich 420er Stahl durch seine weichen, aber dennoch zähen Eigenschaften einfach schärfen. Wegen seiner Flecken- und Korrosionsbeständigkeit ist 420er Stahl ebenso in einer Salzwasserumgebung tauglich, da er praktisch nicht rostet.

Nicht so gut:

Die Vorteile von 420er Stahl bedingen gleichzeitig einige Nachteile: die Klinge verliert schnell an Schärfe und muss öfters geschliffen werden. Auch verbiegt sich die Klinge schneller als höherwertige Stahlsorten. Wer also tatsächlich auf Wochen im Dschungel eintauchen möchte, sollte das nicht unbedingt mit dem SOG Jungle Primitive tun – da verspricht der Name einfach zu viel.

Unterwegs mit dem Haudrauf

Um es gleich zu sagen: ja die Säge funktioniert tatsächlich, trotz der Haifischzähne. Diese hat etwas von einem verschlissenen Motorrad-Kettenblatt, nur dass sich mit dem SOG tatsächlich auch Äste durchsägen lassen. ABER, eben nur wenn dabei auch der Ast gedreht wird. Gut, wenn er bereits vor einem liegt, schlecht, wenn er noch am Baum hängt. Hier bleibt das Jungle Primitive schlicht mit der dicken Klinge im Holz stecken. Zum „hacken“ ohne Probleme einzusetzen, man sollte sich dennoch bewusst sein, dass bei diesem Messer vor allem die martialische Optik bei der Gestaltung im Vordergrund gestanden hat. Wie haltbar die Klinge aus 420er Stahl ist, wird die Zeit zeigen.

SOG Jungle Primitive Testbericht Fazit

Maße & Optik, diese zwei Dinge machen das Messer von SOG aus. Es gibt sicherlich bessere Messer, ohne Frage auch weit höherwertige – aber das alles macht aus dem Jungle Primitive keine Wühltischware aus Fernost.

Es liegt gut in der Hand, ist scharf geschliffen und so ganz in Schwarz mit der Haifischzahnsäge sichtlich beeindruckend. Zum sägen gibt es geeignetere Hilfsmittel (wie Klappsägen), für einen Ausflug in den Wald, beim campen oder einfach als Fan ausgefallener Messer ist das SOG dennoch empfehlenswert.

Bleibt eigentlich nur festzuhalten: Säge naja, kleine Säge durchaus brauchbar, Griff hat guten Grip. Die 80 Euro sind nicht das mega Schnäppchen, aber auch kein rausgeworfenes Geld. Wer mehr möchte (Prestige, Qualität oder Optik), sollte einen Blick auf folgende Alternativen werfen.

Positiv:

  • Auffälliges Design
  • Als Hackmesser brauchbar
  • Robuster Griff mit Grip

Neutral:

  • „China“ – so ein Aufdruck wertet nicht wirklich auf
  • Verarbeitung der Scheide so lala

Negativ:

  • Die Säge auf dem Klingenrücken ist nicht wirklich zu gebrauchen, die kleinere Säge schon eher

Alternativen zum Jungle Primitive

  • Glock-Feldmesser mit Rückensäge – Kampfmesser des österreichischen Bundesheeres, mit rund 35 Euro sehr günstig!
  • Kabar USMC Knife – Ledergriff, liegt richtig gut in der Hand, stabile gehärtete Klinge aus 1095 Kohlenstoffstahl. Das wohl bekannteste Kampfmesser der Welt kostet um die 100 Euro.
  • Benchmade 15 CSK – Für Exoten, gefertigt aus 57-60HRC (1095 Kohlenstoffstahl), ein großartiges Outdoormesser um die 80 Euro.
  • Gerber Silver Trident Double Serration – Ok mit einem Preis von 300 Euro schon deutlich teurer, aber jeden Euro wert. Ausgestattet mit einer rostfreien Klinge aus 154CM-Stahl 1/2 Wellenschliff und Säge auf dem Klingenrücken.

Kaufen könnt ihr das Messer z.B. bei Amazon:

Markus

Blogger, Naturfreund und einfach gern draußen - der ewige Widerspruch "Büro kontra Freiheit", das ist Markus ✿ シ

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